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„Das ist Kirche mittendrin“ 40-jähriges Wirken von Jo Riemann als Laienprediger im Kirchenkreis Münster gewürdigt

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Jo Riemann bei seiner Predigt in der Hiltruper Christuskirche, rechts der Projektchor , der den Gottesdienst musikalisch begleitete. Foto: Rainer Nix

Münster. Joachim „Jo“ Riemann feierte sein 40-jähriges Dienstjubiläum als Laienprediger im Evangelischen Kirchenkreis Münster. In zwei Gottesdiensten in der Kreuz-Christi-Kirche in Amelsbüren und der Christuskirche in Hiltrup am 10. Dezember wurden seine Verdienste gewürdigt. Neben Pfarrerin Beate Bentrop und Pfarrer Klaus Maiwald von der Evangelischen Kirchengemeinde Hiltrup in Hiltrup und Amelsbüren gratulierte Superintendent Holger Erdmann im Namen des Kirchenkreises Münster. Musikalisch begleitete der Projektchor unter Leitung von Stefan Schirjajew den Gottesdienst in Hiltrup.

„40 Jahre Laienprediger, das ist schon etwas“, betonte der Superintendent. „Wie viele Gottesdienste mögen das wohl gewesen sein in all der Zeit, wie viele Taufen, Trauungen und Beerdigungen?“  Riemann habe immer sein ganzes Menschsein in seinen Dienst eingebracht, so Erdmann weiter. Der gelernte Banker und gebürtige Osnabrücker, der früh nach Münster übersiedelte überlegte zunächst, Theologie zu studieren, wählte dann jedoch einen anderen Weg. „Warum wird man ausgerechnet Laienprediger?“, fragte Pfarrerin Bentrop und dazu fielen ihr gleich zwei Aussagen ein. „Ich wollte immer schon Pastor werden“ aus dem Mund des Jubilars und dann noch ein Satz von seinen Eltern: „Mach doch erst mal was Solides“. Als  folgsamer Sohn habe er sich wohl überzeugen lassen, erst mal eine Banklehre zu absolvieren. Und noch einen dritten Satz zitierte die Pfarrerin, einen, der oft klischeehaft über die Ausbildung von Pfarrerinnen und Pfarrern gesagt wird: „Kopfrechnen schwach, Religion sehr gut.“ Das trifft bei Riemann jedoch eher nicht zu. „Wir von der Kirchengemeinde freuen uns sehr, dass wir dich im Kollegium der Predigerinnen und Prediger haben“, hob Bentrop hervor.

„Du bis im Bankgeschäft geblieben und hast dich zum Laienprediger ausbilden lassen,“ blickte der Superintendent zurück.  „Das war damals noch anders als heute.“ Nach einem zweijährigen Kurst am Pastoralkolleg in Schwerte und einem Fernstudium  für Kirchliche Dienste erhielt der Banker am 3. Advent 1983 in der Christuskirche zu Hiltrup durch den damaligen Superintendenten Beer  die Vokation zum Laienprediger. Das bedeutet, er war zur Ausübung des Predigtdienstes und der Sakramentsverwaltung berechtigt. „Deine Stationen waren unter anderem Ascheberg, Epiphanias Münster, bis heute Hiltrup und Amelsbüren, ebenso viele andere Gemeinden des Kirchenkreises“, so Erdmann, „es wäre fast kürzer, diejenigen zu nennen, in denen du nicht aktiv warst.“ Dann kommt noch etwas hinzu, was Erdmann als besonders wertvoll erachtet: Als erkennbarer Christ  und als Laienprediger  stand Riemann für Taufen und Trauungen bereit, wenn Kolleginnen und Kollegen ihn am Arbeitsplatz danach fragten. „Das ist Kirche mittendrin“, sagte der Superintendent. „Es stimmt, was der Apostel Paulus sagt, es sind wirklich verschiedene Gaben, bei ganz verschiedenen und einzigartigen Menschen, die Gott in den Dienst nimmt und dahin stellt, wo er sie haben will.“

Auf die Frage, was ihn bewogen habe, in den Dienst der Kirche zu treten,, antwortete Riemann: „In meiner Konfirmandenzeit  lernte ich einen Pfarrer kennen, der mir als jugendlichem Menschen Gott und Jesus näher brachte in einer Art, die in mir den Wunsch wachrief, mehr zu hören und mich in der Kirche zu engagieren.“

Die ersten „Gehversuche“ machte der Laienprediger im Alexianerkrankenhaus. Dort war es für ihn etwas ganz Besonderes, Gottesdienste mit schwerbehinderten Menschen zu halten. Insgesamt verstand er sich auch gut mit katholischen Kirchengemeinden und erwähnte die ökumenischen Gottesdienste, bei denen er mitwirkte. Dankesworte gingen auch an Riemanns Frau Gerda, die sein Engagement immer mit trug. „Dir, lieber Jo, hoffe ich, macht dein Dienst weiterhin so viel Spaß wie bisher und du bleibst uns noch lange erhalten“, wünschte Pfarrerin Bentrop abschließend, bevor zu einem Empfang ins Gemeindehaus Hiltrup eingeladen wurde. Dort meldeten sich auch mehrere Weggefährten*innen zu Wort, die Riemann für seinen immer verständnisvollen Dienst dankten. Rainer Nix