Erwachsenenbildung

Angebote

Unser aktuelles Veranstaltungsprogramm können sie hier als pdf herunterladen:

Eine Übersicht über alle Angebote des Halbjahres finden Sie hier auf den Seiten des Ev. Bildungswerkes Westfalen und Lippe e.V. 

Jugend- und Bildungswerk

Die Kinder- und Jugendarbeit ist Teil des Jugend- und Bildungswerkes, einer Einrichtung des Evangelischen Kirchenkreises Münster.

In ihm sind alle Arbeitsfelder rund um religiöse Bildung zusammengefasst: Kinder- und Jugendarbeit, Schule und Schulpfarrämter, Konfirmand*innen-Arbeit, Erwachsenenbildung, Frauen- und Männerarbeit und die Geflüchtetenarbeit.

Pfr. Dr. Moritz Gräper

An der Apostelkirche 3
48143  Münster
Tel. 0251 51028500
Mail 



Andreas Durstewitz

An der Apostelkirche 3
48143  Münster
Tel. 0251 51028541
Mail 

Bürozeiten:
Mo, Di, Do, Fr: 9.30-11.00 Uhr und 13.00-17.00 Uhr

Erwachsenenbildung im Evangelischen Kirchenkreis Münster

Der Evangelische Kirchenkreis Münster ist über seine Mitgliedschaft im Evangelischen Erwachsenenbildungswerk Westfalen und Lippe e. V. eine vom Land anerkannte Einrichtung der öffentlich verantworteten Weiterbildung.

Die Arbeit folgt dem Leitbild evangelischer Erwachsenenbildung (siehe: https://www.ebwwest.de/bildungswerk). Es gelten die AGB des Erwachsenenbildungswerks.

Inhalte, Organisationsformen und Methoden unterliegen den Maßstäben des Gütesiegelverbundes.

Ansprechpersonen

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Dr. Heike Plaß

Hauptamtlich Pädagogische Mitarbeiterin

An der Apostelkirche 3
48143  Münster
Tel. 0251 51028510
Mail 

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Nicole Schulte

An der Apostelkirche 3
48143  Münster
Tel. 0251 51028530
Mail

Bürozeiten:
Mo, Mi von 8.00-16.30 Uhr und Do von 13.30-16.30 Uhr

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Andreas Durstewitz

An der Apostelkirche 3
48143  Münster
Tel. 0251 51028541
Mail 

Bürozeiten:
Mo, Di, Do, Fr: 9.30-11.00 Uhr und 13.00-17.00 Uhr

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Pfarrer Thorsten Melchert

Von-Vincke-Straße 21
59399  Olfen
Tel. 02595 3879 400
Mail 

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BeGeisterung
Eine märchenhafte Pilgerreise auf dem Oberlausitzer Bergweg

Vom 25. Juni bis 3. Juli 2022 führt eine Pilgerreise durch sagenhafte Natur, fabelhafte Felsformationen und märchenhafte Wälder in der Oberlausitz. An dieser Stelle veröffentlicht die Gruppe ein digitales Pilgertagebuch. 

BeGeisterung – die märchenhafte Pilgerreise auf dem Oberlausitzer Bergweg hat begonnen. 

Am 25. Juni traf sich die 13-köpfige Pilgergruppe in Neukirch. Der Abend war mit Kennenlernen und der ersten Sage “Vom Zauberlehrling in tausend Ängsten” gefüllt. Jede*r bekam ein gefülltes Schatzkästchen und einen Bibelvers zugelost. 

“Die Lebensgeschichte eines jeden Menschen ist ein Märchen, das von Gottes Hand geschrieben wurde.” – Hans Christian Andersen

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Am ersten Pilgertag ging es von Neukirch nach Sohland über den Valtenberg und später immer an der tschechisch-deutschen Grenze entlang. Querxe, Teufelsgeschichten und Sagen begleiteten uns auf dem Weg. 

“Farnsamen macht unsichtbar” lernten wir – aber nur in der Johannisnacht auf dem Valtenberg. Knapp verfehlt… 

Sich zu verlaufen und sich so ein paar Kilometer mehr zu erlauben, doch dabei einen wundervollen Weg neu zu entdecken, gehörten ebenso ins spontane Programm. 

“Bei Gott ist kein Ding unmöglich. Ich weiß aber nicht, wie es seine Vorsehung beschlossen hat.” – Aus der Sage “Das Geistauswandern”

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Der heutige Tag führte uns nach Schönbach. Unser Weg begann in der evangelischen Kirche von Sohland mit einem spirituellen Klangerlebnis. Himmlisch! Und so ging es weiter zur Himmelsbrücke, hinauf zu den Kälbersteinen und über den Bieleboh. Ein garstiger Steuereintreiber und die Hunde vom Bieleboh waren die sagenhaften Begleiter. 

“Du schlägst eine Brücke zu uns, obwohl wir oft weit von Dir weg sind. […] Bei dir aber sind wir alle Zeiten gut aufgehoben.”

Aus Psalm 103 nach Peter Spangenberg

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Von Schönbach nach Eibau an der Spreequelle vorbei und über den Kottmar mit wundervoller Aussicht durften wir heute mit erträglichen Temperaturen unsere märchenhafte Pilgertour fortsetzen.

Eine Wunderblume, der Zwerg Gerbod und die Sage über den Kristallsarg vom Kottmar begleiteten uns. Im Schatten der Mühle von Kottmarsdorf hielten wir Rast in der Mittagszeit vor dem Aufstieg in den Kottmarer Wald.

Ein Psalmvers begleitete uns über den Tag:
“Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde.”
Psalm 73, 25

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Von Eibau nach Großschönau – eine kürzere Etappe von nur 14 km heute, zur Abwechslung mal durch den Regen.

Die Sorgenteiche und die Höhle des Räuberhauptmanns Karasek lagen an unserem heutigen Weg. Leicht durchfeuchtet und gut gelaunt erreichten wir unser Ziel.

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Eine anstrengende Tour durch das Zittauer Gebirge bis Oybin liegt hinter uns. Durch verwunschene Wälder mit moosbedeckten Steinen und ganz viel Blaubeeren, hinauf auf die Lausche, den mit fast 800 m höchsten Berg der Oberlausitz, mitten durch die Nonnenfelsen führte uns der Weg. Die Sage vom Wundervogel auf der Lausche und andere Geschichten begleiteten uns.

Wie passend sind die Worte aus Psalm 104:
Du lässt Brunnen quellen in den Tälern, dass sie zwischen den Tälern dahin fließen, dass alle Tiere des Feldes trinken und die Wildesel ihren Durst löschen. Darüber sitzen die Vögel des Himmels und singen in den Zweigen. Du tränkst die Berge von oben her, du machst das Land voll Früchte, die du schaffst.

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Der letzte Tag auf dem Weg. Märchenhaft, sagenhaft und das Thema des Tages war Namen, die eigenen, die der anderen …

Das Bergkloster, bekannt durch Bilder von Caspar David Friedrich, und die Bergkirche mit ihren herrlichen Malereien im Bauernbarock waren die ersten Highlights des Tages.
Zahlreiche Sagen ranken sich um den Oybin, wie die Sage vom Jungfernsprung …

Anschließend folgte der steile Anstieg hinauf zur Felsengasse mit Muschel Saal, oberer und unterer Mönch sowie Mönchskanzel. Wir ließen uns begeistern. Über die kleine Felsengasse folgte der Aufstieg auf den Töpfer, von dem aus das Ziel Zittau bereits gut in Sicht war.

Und nun sind wir angekommen.

Fürchte dich nicht, denn ich habe dich befreit. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du gehörst zu mir.
Jesaja 43, 1

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Der letzte Tag unserer märchenhaften Pilgerreise:

Das Große Zittauer Fastentuch als große Bilderbibel mit 90 Szenen aus dem Jahr 1472 beeindruckte uns sehr. Sehr detailreich und manchmal humorvoll sind die einzelnen Darstellungen.

Am Nachmittag besichtigten wir Herrnhut. Die Pfarrerin Erdmute Frank führte uns durch die Stadt. Wir erfuhren viel über die Brüdergemeine, ihre Entstehung und Geschichte, über die Familie Zinzendorf und darüber, was es mit den Losungen auf sich hat. Außerdem besuchten wir den Gottesacker und den großen Schlafsaal der Brüdergemeinde.

Ja. Nein. Unentschieden. Das ist noch heute die Aussage des Glaubens der Gemeine, Gott in die Entscheidungen einzubeziehen.
Zinzendorf begann, ein Wort des Tages herauszugeben. Daraus entwickelten sich die Losungstexte. Im Mai dieses Jahres sind die Losungstexte für 2025 gezogen worden.

Der Segenswunsch für unsere Pilgergruppe:
Bleibt unter des Herrn Hut!

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SAUDADE – auf den Spuren der portugiesischen Seele
Unterwegs auf dem Jakobsweg von Porto nach Santiago

Vom 25. April bis 12. Mai 2022 war eine kleine Gruppe von Pilger*innen unterwegs auf dem portugiesischen Jakobsweg von Porto nach Santiago de Compostela. Hier finden Sie das digitale Pilgertagebuch mit kurzen Einblicken in die Pilgerreise.

Am 25.4. ist die Gruppe mit 17 Pilger*innen der beiden Ev. Kirchenkreise Münster und Steinfurt-Coesfeld-Borken in Porto angekommen. Zum Auftakt der bis zum 12.5. dauernden Tour gab es passend zum Thema der Reise “Saudade” einen Fado-Abend mit typisch portugiesischem Essen und der melancholischen Fado-Musik.
Ein beeindruckender Einstieg in die am nächsten Morgen beginnende erste Etappe auf dem Weg nach Santiago de Compostela! blank

Aufbruch, der Start in den Camino. An der Kathedrale von Porto haben wir den Pilgersegen und den ersten Stempel in unseren Pilgerpass erhalten. Und dann ging es durch die Altstadt Portos endlich an den Atlantik. Wir sind auf dem Weg. Die ersten Kilometer nach Santiago sind geschafft.

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17 km bei Sonnenschein am Atlantik entlang nach Povoa de Varzim. Wir waren unterwegs mit dem Tagesthema “Sehnsucht”. Dieses Wort mag die beste Übersetzung für die portugiesische Saudade sein. Die Sucht nach Sehnen, tief in uns verborgen, der Wunsch nach etwas Bestimmten oder auch Unbestimmten.
Unterwegs Begegnungen: mit Menschen, mit kreativen Grüßen an die Pilger*innen, mit mir selbst und mit Gott.

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Kilometerlang auf Bohlenwegen dem Ziel nähergekommen gab es die eine oder andere Kuriosität am Wegesrand. Ein Schwert und eine Waage als Symbole der Justiz waren bisher niemandem aus der Gruppe als Kirchturmbekrönung begegnet. 
Wehmut war das Thema des heutigen Tages. 
“Wo es auch gar keinen Trost zulässt [… ], hat Gott doch die Wehmut zu einer Art Vermittlerin zwischen dem Glück und dem Unglück, der Süßigkeit und dem Schmerz geschaffen.”  – Wilhelm von Humboldt 

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An der Kirche des heiligen Michael bei Esposende begann die heutige sehr lange Etappe von 25 km nach Viana do Castelo. Abwechslungsreich war der Weg durch Dörfer, Wälder, Felder über Berge und Bäche. 
Heimat war das Thema des Tages. “Heimat entdeckt man erst in der Fremde.”, sagt Siegfried Lenz….

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Nach der gestrigen sehr langen Tour zum Austesten der eigenen Grenzen waren heute die 9 km bis nach Carreço ausreichend. Von Viana aus ging es durch kleine Gassen zwischen alten Häusern vorbei an Wiesen, Gärten und Feldern und der Kapelle der Quinta Boa Viagem mit ihrem Votivschiff. Gottergebenheit als eine Übersetzung des Wortes Saudade beschäftigte uns heute. 

Gott hat gegeben, Gott hat genommen. Sein Name sei gelobt.

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Unser letzter Tag auf portugiesischem Boden führte uns nach Caminha an die Grenze zu Spanien. Ein beeindruckender Ort war das ehemalige Benediktiner Kloster S. Joao. An diesem Ort schrieb der portugiesische Lyriker Pedro Homem de Melo seine sehr poetischen Gedichte, die Inspirationen zum Thema der Saudade geben.    

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Unser heutiger Wegabschnitt begann abenteuerlich mit einer rasanten Bootsfahrt über den Rio Minho. In Windeseile taten wir den ersten Schritt auf spanischem Boden oder besser: auf Sandstrand. Immer an der Küste entlang führte uns die heutige beinah 25 km lange Etappe dem Ziel entgegen. Am Vormittag sagte uns ein Schild noch 161 km nach Santiago… 

Das Tagesmotto hieß Nostalgie. Was bedeutet diese Wort , was ist Geschichte, was Zeit? 

“Es ist nicht wahr
 dass Geschichte
gefälscht wird
Sie hat sich großenteils
wirklich 
falsch
zugetragen
Ich kann das bezeugen:
Ich war dabei.” – Erich Fried aus “Die Engel der Geschichte“.

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Am frühen Morgen starteten wir von unserem Quartier, dem Campingplatz O Muiño, in die auf gehende Sonne hinein. Die erste Hälfte der Etappe am Meer entlang und dann hinauf in die Berge oberhalb der Küste passte wunderbar zum heutigen Thema Einsamkeit. Dazu begleitete uns ein Gedicht des Portugiesen Fernando Pessoa.
“Ich bin einsam und träume von Saudade
Und wie hell von Gnade ist das Land
Das ich nicht kenne. 
Ein Blick hinter die Fensterscheibe 
Des Zuhauses, das ich niemals haben werde.” 

Und: Die Hälfte der Strecke von Porto bis Santiago ist geschafft. Und auch der Pilgerpass ist zur Hälfte gefüllt! 

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Heute ist ein Ruhetag angesagt. Die wenig attraktive Strecke nach Vigo hinein durch Industriegebiete und an Hauptverkehrsstraßen haben wir mit dem Bus zurückgelegt. 

Ein wenig Stadtbesichtigung als Kontrastprogramm, eine Begegnung mit Jules Verne und Ausruhen… Und morgen geht es weiter. 

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Nach dem Frühstück, bereits unterwegs aus Vigo heraus, ging es in eine moderne Kirche am Weg, um den ersten Stempel des Tages für den Pilgerpass zu bekommen. Die letzten 100 km sind angebrochen, da braucht es zwei Stempel täglich, um die Compostela zu erhalten. 
Auf dem Weg nach Redondela, oberhalb der Ria de Vigo mit fantastischen Ausblicken und Kunst am Weg, befassten wir uns heute mit dem Thema Verantwortung. 
Welch große Verantwortung hat Gott uns gegeben, indem er uns, den Menschen nahm und ihn in den Garten Eden setzte, dass er ihn bebaute und bewahrte. So steht es im 1. Mose 2, 15.
Im Bebauen sind wir gut, aber im Bewahren? 
Mit vielen Gedanken erreichten wir am Nachmittag die Casa da Herba, unser Zuhause auf Zeit. 

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Früh ging es heute los von Redondela nach Pontevedra. Warm ist es geworden, der Sommer wird fühlbar. Unser Weg führte durch den kleinen Küstenort Arcade am Ende der Ria von Vigo mit einem letzten Blick gen Meer. Durch verwinkelte Gassen ging es durch Feld und Wald bergan über Wege mit Granitfelsen, die uralte Karrenspuren aufweisen. 
Am Zielort Pontevedra besuchten wir die Besonderheit des Ortes, die Capella de Virxe Peregrina. Im aus dem Ende des 18. Jahrhunderts stammenden Altar dieser muschelförmig gebauten Kapelle ist Maria, die Mutter Jesu, als Pilgern dargestellt. So hatte noch niemand von uns eine Darstellung der Maria gesehen. 
Unser Tagesthema war die Hoffnung. 
“Aber sei nur stille zu Gott, meine Seele; denn er ist meine Hoffnung. Er ist mein Fels, meine Hilfe und mein Schutz, dass ich nicht wanken werde.” – Psalm 63, 6-7
Unterwegs setzen wir uns dazu mit den Worten von Jean Paul auseinander: “Die Hoffnung mag eintreffen oder nicht,  so hat sie doch das Gute, dass sie die Furcht verdrängt.” 

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In der Morgenkühle ging es immer leicht bergan aus Pontevedra hinaus durch einen wunderschönen Wald und später in ziemlicher Hitze durch sonnige Felder nach Caldas de Reis. 22 Kilometer unter den Füßen. Unterwegs besuchten wir eine Kapelle, die dem heiligen Cayetano gewidmet ist. Dieser ist ein in Spanien verehrter Schutzpatron, von dem die Menschen Brot und Arbeit erbitten. 
Unser Tagesthema “Freundschaft” kam in der Kapelle zum Tragen. Freundschaft als etwas Lebensnotwendiges und auf Gegenseitigkeit beruhend (Aristoteles), Freundschaft als Schutz und als etwas, das das Leben angenehm und gesellig macht (Epikur) und Freundschaft mit Ritualen als Zeichen (de Saint – Exupery, der kleine Prinz und der Fuchs).
Freundschaft ist ein Segen, nicht selbstverständlich, braucht Zeit… 

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Sonntagmorgen und Frühstück im Bett. Welch ein Start in den Tag, da wir alle unser Frühstück schon am Vorabend auf unser Zimmer bekommen hatten. Von Caldas de Reis waren es gut 18 km bis Padron auf einem wunderschönen Weg durch Wälder und kleine Ortschaften. 
Die Liebe war das heutige Thema des Tages und so hörten wir Verse aus dem ersten Korintherbrief des Paulus und dem Hohen Lied der Liebe. 
In Padron angekommen erfuhren wir von der Besonderheit des Ortes. Denn hier soll der Legende nach der Leichnam des Jakobus vom Atlantik über den Rio Ulla mit dem Schiff angekommen sein. Seine Schüler Athanasius und Theodoris banden es an einem alten, dem römischen Meeresgott Neptun, geweihten Stein, fest. Dieser Pedron, Namensgeber der Stadt, befindet sich unter dem Altar der Jakobuskirche im Ort. 
Oberhalb des Ortes ist die Ermita de Santiaguino do Monte. An dem Ort soll Jakobus auf seiner Missionsreise auf den Felsen gepredigt haben. Zugleich befindet sich an der Stelle auf den Felsen eine der ältesten Jakobusdarstellungen. 
Es ist ein besonderer, ein mystischer Ort, an dem wir uns mit der Person des Jakobus befassten und zugleich unserer eigenen Saudade, unserer Sehnsucht nachgingen, indem wir einen zu Beginn der Pilgertour aufgenommenen symbolischen Gegenstand für unsere Sehnsucht ablegten. 
Padron, das kleine Santiago… Wir sind dem Ziel sehr nahe. 

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Heute morgen ließen wir uns etwas mehr Zeit in Padron, um auch die dortige Iglesia de Santiago zu besuchen. Der Morgenimpuls griff das Tagesthema “Erinnerungen” auf. Noch sind wir gemeinsam auf dem Weg, doch die zurückliegenden Etappen, Kilometer und gemeinsamen Tage sind bereits Erinnerungen. Bald ist der gemeinsame Camino eine Erinnerung. 
Die beiden vergangenen Tagesthemen “Freundschaft” und “Liebe” vereinigten sich in einem Salbungsritual mit dem heutigen Motto der Erinnerung. 
Nach einer kurzen Strecke von nur neun Kilometern erreichten wir A Picaraña. Ein wenig Erholung, bevor wir morgen die letzten 16 Kilometer nach Santiago de Compostela unter die Füße nehmen. Vorfreude und Wehmut vermischen einander. 
“Nichts ist vergleichbar mit dem guten Gefühl, 
an einen vertrauten Ort zurückzukehren
und zu merken, 
wie sehr man sich verändert hat.” – Nelson Mandela

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Noch einmal auf dem Weg, noch einmal den Rucksack spüren, noch einmal durch Wald, Feld und Flur und kleine Orte. Und dann die letzten Kilometer. Der Countdown läuft mit. 
Ein Geburtstagskind gibt es heute in unserer Gruppe. Geburtstag und Ankunft in Santiago, welch eine Kombination. So gab es zum Frühstück und unterwegs in einer Kirche ein Ständchen. 
Und dann das Ankommen. Der Gang durch die Stadt zur Praza do Obradoiro vor der Kathedrale von Santiago. Erleichterung, Freude, Glück, ein paar Freudentränen und viele Umarmungen. 
Geschafft. Die ganze Gruppe ist heil am Ziel angekommen. Blasen, ein bisschen Knie, ein bisschen Sehnen oder Hüfte… Egal. Wir sind da. 
Und vom Platz an der Kathedrale war gleich das nächste Ziel das Pilgerbüro, um die Compostela, die Urkunde abzuholen. 
Luther zum Trotz. 
Nun erst einmal Ausruhen, die Stadt erkunden, essen, schlafen. 
Und morgen geht es mittags in die Pilgermesse. 

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Am Mittag des letzten gemeinsamen Tages in Santiago besuchten wir die traditionelle Pilgermesse in der Kathedrale Santiago. Wie es sich im verlängerten heiligen Jahr gehört, betraten wir die Kirche durch die heilige Pforte, die nur im heiligen Jahr geöffnet ist, wenn der Tag des Jakobus auf einen Sonntag fällt. Aus zahlreichen Ländern der Welt kamen hier die Pilger:innen zusammen, die in den vergangenen 24 Stunden ihren Camino beendet hatten. 
Bis zum frühen Abend blieb dann Zeit für Stadt, Kultur, Kaffee oder Siesta. Im Alameda Park trafen wir uns zu einer gemeinsamen Runde, um die miteinander verbrachten Tage Revue passieren zu lassen. Menschen, die einander nah gekommen sind, bereiten sich auf den nahen Abschied vor. 
Das Abschiedsessen fand in einer kleinen Tapasbar abseits des touristischen Rummels statt. Auf dem Weg zurück statteten wir dem Schattenpilger am Ostportal der Kathedrale einen Besuch ab. Und unter den Arkaden des Präsidentenpalasts gab es zum Abschluss ein Konzert mit traditioneller spanischer Musik. So schloss sich der Kreis zum allerersten Abend mit portugiesischer Fadomusik. 
Saudade, eine Pilgerreise geht zu Ende. 

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Nun geht es heim, der Abschied ist unausweichlich – Saudade. 
Ein letztes gemeinsames Frühstück, dann ab zum Flughafen. Dort fand in einem stillen Eckchen unsere zur lieben Gewohnheit gewordene Morgenrunde statt. Den optischen Mittelpunkt bildeten unsere Habseligkeiten. 
Ein Impuls zur Heimreise, der gegenseitige Segenszuspruch und ein Friedensgruß. 
Nach Hause… 

Lass mich langsamer gehen, Gott. 
Entlaste das eilige Schlagen meines Herzens 
durch das Stillewerden meiner Seele. 
Lass meine hastigen Schritte stetiger werden 
mit dem Blick auf die Weite der Ewigkeit. 
Gib mir inmitten der Verwirrung des Tages
die Ruhe der ewigen Berge. 
Löse die Anspannung meiner Nerven und Muskeln
durch die sanfte Musik der singenden Wasser, 
die in meiner Erinnerung lebendig sind. 
Lass mich die Zauberkraft des Schlafes erkennen, die mich erneuert. 
Lehre mich die Kunst des freien Augenblicks. 
Lass mich langsamer gehen, 
um eine Blume zu sehen, 
ein paar Worte mit einem Freund zu wechseln, einen Hund zu streicheln, 
ein paar Zeilen in einem Buch zu lesen. 
Lass mich langsamer gehen, Gott, 
und gib mir den Wunsch, 
meine Wurzeln tief 
in den ewigen Grund zu senken, 
damit ich emporwachse 
zu meiner Bestimmung. 
(Aus Südafrika) 

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