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Superintendent Holger Erdmann äußert sich zu dem Anschlag auf dem CSD in Berlin

Mit Bestürzung hat Superintendent Holger Erdmann auf den Anschlag im Zusammenhang mit dem Christopher Street Day in Berlin reagiert. In den Gottesdiensten an den beiden Sonntagen nach dem Anschlag nahm er die Betroffenen sowie deren Angehörige und Freunde in die Fürbitte der Gemeinde auf.

Dabei standen insbesondere die Verletzten, traumatisierten und trauernden Menschen im Mittelpunkt des Gebets. Zugleich brachte der Superintendent seine Hoffnung zum Ausdruck, dass Trost, Heilung und neue Zuversicht dort wachsen können, wo Gewalt und Angst tiefe Spuren hinterlassen haben.

Mit Nachdruck weist Holger Erdmann Deutungen zurück, die eine solche Gewalttat als Zeichen Gottes, als himmlische Mahnung oder gar als Folge der Anliegen und Werte des Christopher Street Day verstehen wollen. Terror, Hass und Menschenverachtung haben keinen göttlichen Auftrag. Wer die Opfer einer Gewalttat mitverantwortlich macht oder ihr Leid religiös deutet, verkennt nach seiner Überzeugung die befreiende und menschenfreundliche Botschaft des Evangeliums.

Für den Superintendenten steht vielmehr fest: Christlicher Glaube zeigt sich darin, an der Seite der Betroffenen zu stehen. Gottes Wort gilt den Verwundeten, Verängstigten und Trauernden. Ihnen gilt das Mitgefühl der Kirche, ihnen gelten Gebet und Fürbitte.

Mit seinem Gedenken verbindet Holger Erdmann die Überzeugung, dass jeder Mensch als Ebenbild Gottes eine unveräußerliche Würde besitzt. Deshalb gilt seine Solidarität allen, die von dem Anschlag betroffen sind, und allen, die sich für eine Gesellschaft einsetzen, in der Menschen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität sicher, respektiert und frei leben können.

Gerade angesichts von Gewalt und Ausgrenzung sei es wichtig, an der Hoffnung festzuhalten und dem Hass nicht das letzte Wort zu überlassen. Die Evangelische Kirche im Kirchenkreis trägt die Betroffenen des Anschlags weiterhin im Gebet und vertraut darauf, dass Gottes Liebe Menschen stärkt, tröstet und Wege des friedlichen Miteinanders eröffnet.