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„Kirche erneuern oder optimieren? Kirche im Wandel.“ – Sommersynode des Evangelischen Kirchenkreises Münster tagte in Kinderhaus

Dr. Steffen Schramm referierte zum Thema Kirche optimieren oder erneuern auf der Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Münster. Foto: Kirchenkreis Münster

Münster. Zu ausführlichen Beratungen trafen sich die knapp 100 Delegierten des Evangelischen Kirchenkreises Münster am 17. Juni im Rahmen der Sommersynode in Kinderhaus.

Breiten Raum nahm dabei die Beschäftigung mit dem Thema: „Kirche erneuern oder optimieren? Kirche im Wandel.“ ein.

Der eingeladene Referent Dr. Steffen Schramm (Institut für kirchliche Fortbildung, Landau) führte den Anwesenden nicht nur vor Augen, durch welche historischen Umstände die heutige Gestalt von Kirche und Gemeinde geworden ist, sondern legte seinen Schwerpunkt auf neue Impulse und Gemeindeformen. Dass der Status quo mit Gemeindehäusern mit ihren Gruppen keineswegs notwendigerweise in die Zukunft verlängert gedacht werden müsse, stellte der Referent ebenso heraus wie die Chancen der Kooperation und der Digitalität von Kirche.

Mit der prominenten Beschäftigung mit dem Thema der Transformation wollte der Kreissynodalvorstand wichtige Impulse setzen, gerade vor dem Hintergrund, dass sich zum 1.1.2028 bereits 13 von 24 Gemeinden durch Gemeindefusionen zu drei Gemeinden zusammenschließen.

Am Nachmittag standen weitere wichtige Entscheidungen für den Kirchenkreis an. Die Synode beschloss einstimmig eine Prüfung des Zusammengehens aller drei Kirchenkreise des Münsterlandes und Tecklenburger Landes (Münster, Steinfurt-Coesfeld-Borken und Tecklenburg). „Wenn die anderen Synoden an dieser Stelle ebenfalls positive Beschlüsse fassen, wovon auszugehen ist, dann legen wir Ihnen im Sommer 2027 einen konkreten Fusionsfahrplan vor“, so Superintendent Holger Erdmann in seiner erläuternden Einführung. Mit dem Zusammenschluss entstünde ein neuer Kirchenkreis (der flächenmäßig größte der Evangelischen Kirche von Westfalen) mit ca. 225.000 Mitgliedern.

Die Jugendreferate der Kirchenkreise Münster und Steinfurt-Coesfeld-Borken könnten dabei einen Vorbildcharakter haben. Hier stimmte die Synode einer kirchenrechtlichen Vereinbarung zu, die beide Referate schon zum 1.1.2027 zusammenführt.

Im Bereich der Mitgliederkommunikation/Fundraising wurden die Anwesenden unter anderem über die Initiative „Kirchenpost“ informiert, die gut angelaufen ist und Jugendliche und junge Erwachsene auf dem Postweg einmal jährlich mit altersbezogenen Informationen aus dem kirchlichen Umfeld versorgt.

In weiteren Beschlüssen wurde ein Klimaschutzkonzept für alle drei Kirchenkreise des Gestaltungsraumes beschlossen, auf dessen Grundlage das Ziel der weitgehenden Klimaneutralität 2035 erreicht werden soll.

Mit Pfarrer Cornelius Bury und Prof. Dr. Matthias Casper wurden nach dem Ausscheiden von Pfarrer Dr. Christian Plate und der Synodalältesten Corinna Tyrell wichtige Leitungspositionen besetzt.

Schließlich befürwortete die Synode einen Antrag des Ausschusses für gesellschaftliche Verantwortung. In diesem ging es um eine Unterstützung der Gemeinden in der argumentativen Auseinandersetzung mit verfassungsfeindlichen, antisemitischen und rechtsradikalen Gruppen und Bewegungen.

Die Synode fand ihren Abschluss mit der Verabschiedung ausscheidender Personen. Superintendent Erdmann bedankte sich bei Pfarrer Frank Winkelmeyer und Pfarrer Dr. Sadrack Djiokou sowie bei Corinna Tyrell und Gereon Terhorst, der als berufenes Mitglied die Evangelisch-Theologische Fakultät in der Synode vertreten hatte.

Bereits im Gottesdienst und während der Synoden waren Pfarrer Dr. Christian Plate, Jugendreferent Andreas Czarske und Sabine Terhaar, die jahrelang eine beratende Funktion im Bereich der Klimaschutzpläne innehatte, verabschiedet worden.