Münster. In seiner Predigt am 25. Dezember 2025 in der Unikirche (Observantenkirche) stellte Superintendent Holger Erdmann die Menschenfreundlichkeit Gottes als Kernbotschaft des Weihnachtsfestes heraus, nicht als religiöse Idee, sondern als erfahrbare Wirklichkeit im Alltag. „Weihnachten beginnt dort, wo wir einander wahrnehmen, wo Güte, Zuwendung und Ermutigung Wirklichkeit werden“, so Erdmann.
Am Beispiel einer Begegnung zwischen einem Mann und dessen türkischem Friseur zeigte er, wie unscheinbar solche Momente sein können: Ein kurzer Zuspruch, geteilte Sorgen, ein Stück ehrliche Aufmerksamkeit und plötzlich wird sichtbar, was Weihnachten meint. Für Erdmann sind es genau diese „diskreten, beinahe unscheinbaren Gesten“, in denen Menschen erleben, „wie Gottes Menschenliebe ankommt“.
Der Superintendent nahm zugleich die Schattenseiten der Weihnachtszeit in den Blick: Einsamkeit, Überlastung, Krankheit, Zukunftssorgen. Gerade dann sei Weihnachten „keine Weltflucht, sondern Zusage“. Gott begegne „mit Freundlichkeit, Barmherzigkeit und neuer Hoffnung“ – leise, aber tragfähig.
Erdmann schloss mit einem Impuls, der weit über den Festtag hinausweist: „Wenn wir mitten im Alltag offenen Blickes auf andere zugehen, Lasten ernst nehmen und sie ein Stück mittragen, dann wird die Menschenfreundlichkeit Gottes sichtbar. Dann wird es hell, weit über Weihnachten hinaus.“