Münster. Am 25. Mai fand in der vollbesetzten Martin-Luther-Kirche in Münster ein feierlicher und bewegender Gottesdienst statt, der die Ordination von Pfarrerin Martha Nooke feierte.
Für die bewegenden Momente sorgten die Worte, die Superintendent Holger Erdmann während der Ordinationsansprache wählte und die Predigt der frisch ordinierten Pfarrerin selbst. Erdmann hob in seiner Ansprache die beruflichen Stationen der 41-Jährigen hervor, insbesondere ihren Aufenthalt in Rom an der Deutschen Botschaft beim Heiligen Stuhl im Vatikan und ihre zehnjährige wissenschaftliche Tätigkeit an der Theologischen Fakultät der Universität Münster. „Sie hat einen reichen Erfahrungsschatz an theologischer Bildung und Ausbildung im Gepäck. Was für ein Geschenk!“, freute sich der Superintendent. In Zusammenhang mit Nookes Lehrtätigkeit richtete Erdmann seinen Blick jedoch auch auf die Situation der Kirche. Zwar trage jede Ordination die Gewissheit weiter, dass zukünftig Menschen weiterhin hauptamtlich über Gott reden. Doch angesichts leerer werdender Hörsäle und Seminarräume bestehe Transformationsbedarf innerhalb der Kirche. Für ihr Wirken innerhalb dieser besonderen Zeit riet der Superintendent der jungen Pfarrerin, sich stärken zu lassen von Gott und den Geschwistern im Glauben. Er schloss seine Ansprache mit den Worten: „Bleib im Gebet. Du bist gewollt. Heute und alle Tage.“
Martha Nooke widmete sich in ihrer Predigt der Gottessuche und bezog sich dabei auf das 17. Kapitel der Apostelgeschichte. „Bekanntlich war Paulus einer der sucht. Einer, der nach dem Mehr sucht“, so Nooke. Als Paulus auf einem Rundgang in Athen die vielen Altäre für verschiedene Götter bemerkt, fordert er die Menschen auf, umzukehren und nur den einen wahren Gott zu loben. Das Gebot der Umkehr verband Nooke mit der im wissenschaftlichen Kontext geläufigen U-Theorie. Ein Leben auf der Suche nach Gott ist demnach nicht geradlinig und eine Umkehr bedeutet nicht, dass man an den Ausgangspunkt zurückkehrt. „Ein Leben auf der Suche ist wie ein U. In der U-Kurve, dort, wo es sich umdreht, ist die Ahnung vom Mehr gegenwärtig“, erklärte die zweifache Mutter. Wenn man in der U-Kurve merke, dass da etwas ist (Gott) und sich entwickelt (das Himmelreich), sei man schon mittendrin.
Für den feierlichen Rahmen sorgte über die Ordinationshandlung hinaus die liturgische Gestaltung durch Pfarrer Arndt Menze, die Auswahl der Lieder und die musikalische Begleitung durch Angelika Mack und den Posaunenchor der Martin-Luther-Kirche unter der Leitung von Martin Rethfeld.