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Standpunkt Kirche – Veranstaltungsreihe zu aktuellen gesellschaftlichen Themen „Frieden und Gerechtigkeit“

Münster. Der Ausschuss für Gesellschaftliche Verantwortung des Evangelischen Kirchenkreises Münster bietet in Zusammenarbeit mit Erwachsenenbildung des Kirchenkreises unter dem Titel „Standpunkt Kirche“ eine Veranstaltungsreihe zu den aktuellen gesellschaftlichen Themen „Frieden und Gerechtigkeit und Schöpfungsbewahrung“ an. Die Veranstaltungen sollen Informationen über Hintergründe geben und in den gesellschaftlichen und historischen Kontext einordnen, Standpunkte der Kirche beleuchten und diskutieren und Handlungsoptionen für den Umgang mit den Themen an die Hand geben.

Am 5. September hält Dr. phil. habil. Jochen Oltmer um 19:00 Uhr im Dietrich Bonhoeffer Haus An der Apostelkirche 5 in Münster einen Vortrag zum Thema „Flucht ohne Ende: Gewaltbedingte Migration in Europa und ihre Folgen“. Jochen Oltmer ist Professor für Neueste Geschichte und Migrationsgeschichte sowie Mitglied des Vorstands des Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück. Er arbeitet zu deutschen, europäischen und globalen Migrationsverhältnissen in Vergangenheit und Gegenwart. Weitere Informationen unter http://www.imis.uni-osnabrueck.de/oltmer_jochen/zur_person/profil.html.

Fluchtbewegungen, Vertreibungen und Deportationen sind kein Spezifikum der Gegenwart. Der Vortrag will die Bedingungen, Formen und Folgen der räumlichen Mobilisierung von Menschen durch Gewalt in Geschichte und Gegenwart und die Hintergründe von Flucht, Vertreibung und Deportationen mit Bezug auf europäische und deutsche Beispiele erklären. Vor allem aber will er sich der Frage widmen, wie in Deutschland und Europa in der Gegenwart und der jüngeren Vergangenheit die Aufnahme und Nicht-Aufnahme von Schutzsuchenden gesellschaftlich diskutiert worden ist: Warum unterscheidet sich die Aufnahmebereitschaft in verschiedenen europäischen Ländern, warum haben manche Schutzsuchende weitreichende Unterstützung erfahren, während im Falle anderer Fluchtbewegungen Ablehnung, Ausgrenzung und Nicht-Aufnahme dominierten? Im Anschluss an den Vortrag wird das Thema in einer Podiumsdiskussion mit Experten vertieft bzw. Fragen aus dem Publikum beantwortet.

Prof. Gereon Heuft, Direktor der Sektion für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am UKM (Universitätsklinikum Münster) beschäftigt sich in seinem Vortrag „Trauma-Reaktivierung durch aktuelle Kriegsgeschehnisse“ am 26. Oktober um 19:00 Uhr in der Ev. Christuskirchengemeinde Olfen, Von-Vincke-Str. 21, u.a. mit traumatischen Erfahrungen von Überlebenden des 2. Weltkrieges. Anlässlich des Ukrainekrieges geht es um den Einfluss der Kriegsbilder auf die Menschen, die den 2. Weltkrieg bzw. nachfolgende Flucht und Vertreibung erlitten haben und deren Traumatisierung durch die aktuellen Kriegsbilder in vielen Fällen wieder wachgerufen wird. Im Anschluss an den Vortrag wird das Thema in einer Podiumsdiskussion mit Experten vertieft bzw. Fragen aus dem Publikum beantwortet.

„‚Nichts ist wie es scheint‘“ – Merkmale und Bedeutung von Verschwörungsideologien“ lautet das Thema der dritten Veranstaltung, die am 16. November, zwischen 19:00 und 21:00 Uhr in der Ev. Auferstehungs-Kirchengemeinde Münster am Laerer Landweg 159 sattfindet. Den Vortrag hält ein Referent von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Münster (mobim), der Name des Referenten stand zu Redaktionsschluss noch nicht fest. Verschwörungsideologien haben Konjunktur, nicht erst vor dem Hintergrund der Krisensituation in der Corona-Pandemie oder des Russlandkriegs gegen die Ukraine. Ausgehend von dem Vortrag ist ein Austausch darüber vorgesehen, welche Merkmale Verschwörungserzählungen aufweisen, worin deren Anziehungskraft besteht und welche Herausforderungen und Gefahren sich an sie knüpfen. Nicht zuletzt soll darüber gesprochen werden, wie pointierte Kritik, etwa an Regierungshandeln oder gesellschaftlichen Machtverhältnissen, von pauschalem Verschwörungsdenken zu trennen ist und welche Möglichkeiten es gibt, verschwörungsideologischen Erzählungen argumentativ zu begegnen.

 

Die kostenfreien Veranstaltungen können direkt vor Ort oder über Zoom verfolgt werden. Um den Link zu erhalten, ist eine Anmeldung erforderlich bei: Nicole Schulte, Mail: , Tel.: 0251/510 28 530.

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